Berührungspunkt von

 

Zeit & Ewigkeit

 

 

 

  J.W. von Goethe:

 

·      Der Augenblick nur entscheidet über das Leben des Menschen und über sein ganzes Geschicke.

 

·      Man fühlt einen Augenblick, und der Augenblick ist ent-scheidend für das ganze Leben, und der Geist Gottes hat sich vorbehalten, ihn zu bestimmen.

 

·      Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.

 

·      Was glänzt, ist für den Augenblick geboren.

 

·      Werd ich zum Augenblick sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn!

 

·      Die Gegenwart ist die einzige Göttin, die ich anbete.

 

·      Die Gegenwart ist eine mächtige Göttin.

 

·      Nun schaut der Geist nicht vorwärts, nicht zurück. Die Gegenwart allein ist unser Glück.

 

·      Nur in Gegenwart lässt sich das Beständige wie das Vergängliche fühlen und beurteilen.

 

·      Was bleibt mir nun, als eingehüllt, von holder Lebenskraft erfüllt, in stiller Gegenwart die Zukunft zu erhoffen.

 

·      Wir schätzen ohnehin die Gegenwart zu wenig, tun die meisten Dinge nur fronweise ab, um ihrer los zu werden.

 

 

Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) war ein großer Universalgeist, auf den Deutschland mit Stolz zurückblicken sollte. Amateur-Esoteriker, die sich auf gefährliche Astralwelten einlassen, könnten von der spirituellen Erfahrung Goethes sehr viel lernen. Anstelle das eigene innere Universum zu erforschen und zu ergründen, horchen viele lieber auf fragwürdige Stimmen aus dem Jenseits und nehmen mit Gespenstern (engl.: ghosts) auf, die sie mit dem Geist (engl.: spirit) verwechseln. Ich selbst habe in England noch die Gebetsformel erlebt: In the name of the Holy Ghost; heute: In the name of the Holy Spirit (Im Namen des Heiligen Geistes).

 

Augenblick, ursprünglich das Blicken der Augen (lat.: ictus oculi), seit dem 16. Jahrhundert in der deutschen Sprache allgemein gebräuchlich entsprechend der Bedeutung von Moment (lat.: momentum), ist der entscheidende Punkt, der Wendepunkt, das Jetzt, der Zeitpunkt der Gegenwart zwischen Vergangenheit und Zukunft, der Berührungspunkt von Zeit und Ewigkeit, die unio mystica, das Einssein mit Gott.

 

Ewigkeit, (lat.: aeternitas und sempiternitas; griech.: aion; altindisch: ayus) ist die Lebensdauer, welche die ewige Zeit beinhaltet. Das der menschlichen Erfahrung der Vergänglichkeit verbundene Urerleben, dass es hinter oder in den werdenden und vergehenden Erscheinungen der Welt ein Dauerndes geben müsse, findet sich selbst bei sehr primitiven Stämmen. Ewigkeit als Unsterblichkeit des Menschen lehrt mehrfach das Neue Testament. Der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte, unmittelbarer Nachfolger von Immanuel Kant, sagte sehr bezeichnend:

 

„Das Leben der Individuen gehört nicht unter die Zeiterscheinungen, sondern ist schlechthin ewig, wie das Leben selbst. Wer da lebt, wahr-haftig lebt, im ewigen Zwecke, der kann niemals sterben: denn das Leben selbst ist schlechthin unsterblich. Diese innere Ewigkeit aber habe sich im Hiesigen (Gegenwart) zu bewähren. Durch bloßes Sichbegrabenlassen kommt man nicht in die Ewigkeit.“

 

Wir leben zum Großteil immer noch in einer dualistischen Welt, wo die Gegensätze den Zugang zum Augenblick, zur Ewigkeit im Hier und Jetzt versperren. Ein unüberbrückbares Hindernis ist die völlig verkehrte Vorstellung von LEBEN und TOD als bipolare Wirklichkeit. Leben kann niemals das Gegenteil von etwas sein, denn Leben ist ewig, ohne Anfang und ohne Ende, der paradiesische Bereich immerwährender Präsenz Gottes.

 

Wir müssen die Dualität von Geburt und Tod überwinden, um in den Bereich des ewigen Lebens endgültig zu gelangen.

 

Viele Menschen spüren, dass ein neues Zeitalter anbricht, dass ein geistiges Erwachen notwendig ist, um auf dem Planeten Erde in friedlicher Koexistenz glücklich leben zu können.

 

Wir müssen versuchen, endlich anzukommen. Und wenn man das in dem Substantiv Zukunft enthaltene Verb kommen logisch und konsequent benutzt, dann ist:

 

Vergangenheit  =   Herkunft

Gegenwart       =   Ankunft

Zukunft              =    Zukunft

 

 

 

 

 

 

 

Roland R. Ropers, Kultur-, Religions- und Sprachphilosoph, Begründer der ETYMOSOPHIE, Buchautor, Kolumnist, autorisierter Weisheitslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit, Präsident der INTERNATIONAL GANDHI & GRIFFITHS SOCIETY - Movement for Spirituality and Non-Violence

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